Touren in Italy

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Italien beginnt für die meisten am Flughafen von Rom, aber der eigentliche Anfang liegt oft ein Stück weiter draußen, dort wo der Tiber ins Meer mündet. Ostia Antica ist kein Museum hinter Glas, sondern eine ganze Stadt, durch die man einfach hindurchgeht: Straßenpflaster, auf dem noch die Wagenspuren zu sehen sind, Thermen mit Mosaikböden, ein Theater, in dem im Sommer noch immer Konzerte stattfinden. Wer durch die Pinien schlendert und dabei an einem Eis leckt, versteht schneller, wie das alte Rom funktioniert hat, als in jedem Saal eines Museums. Gleich daneben liegt das Borghetto, ein kleines mittelalterliches Dorf mit einer Burg, das man leicht übersieht, wenn man nicht weiß, dass es da ist.

Rom selbst braucht keine Vorstellung, aber es lohnt sich, es langsam zu nehmen. Das Kolosseum und das Forum Romanum am Morgen, der Vatikan mit der Sixtinischen Kapelle an einem eigenen Tag, dazwischen ein Spaziergang durch Trastevere, wo die Wäsche noch über die Gassen gespannt ist. Der Trevi-Brunnen ist am schönsten, wenn man ihn zufällig findet, nicht wenn man ihn sucht.

Weiter nördlich verändert sich das Land völlig. Die Toskana mit ihren Zypressenalleen zwischen Siena und San Gimignano, Florenz mit dem Dom und den Uffizien, Venedig, das man am besten zu Fuß erkundet, weit weg vom Markusplatz, in Vierteln wie Cannaregio, wo Wäscheleinen über Kanäle hängen und kaum ein Tourist hinkommt. Im Süden wird alles lauter und wärmer: Neapel mit seiner Pizza und seinem Chaos, die Amalfiküste mit ihren Serpentinen über dem Meer, Sizilien mit griechischen Tempeln und Straßenmärkten, die nach Zitronen riechen.

Italien lässt sich nicht in einem Rutsch abhaken, und das muss man auch gar nicht versuchen. Ein guter Tag in Ostia Antica mit einem Eis in der Hand sagt oft mehr über das Land als eine Woche voller Sehenswürdigkeiten. Von dort aus öffnet sich der Rest, Stadt für Stadt, Region für Region.

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